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< Und
ich wartete darauf das jemandem ein Licht aufgeht. Das
jemand merkt was mit mir los ist ohne mich danach zu fragen.
Ich durfte doch keine Antwort geben, nichts erzählen....
es war unser Geheimnis... ich durfte doch nicht
schreien, konnte doch nicht schreien, eine Hand hielt
mir den Mund zu solange die andere mich anfasste. Ich
konnte doch nicht sagen das alles Dunkel um mich herum
ist und nirgends ein Ende des Tunnels zu sehen ist. Nirgends
ein Licht in die Dunkelheit kam damit mich jemand dort
finden konnte... ich habe gewartet und niemand hat es
gemerkt. Ich habe geschrieen und niemand hat es gehört.
Ich habe mich versteckt und niemand hat mich gesucht.
Ich habe darauf gehofft das euch ein Licht aufgeht und
ihr meine stummen Schreie hört, dafür wart ihr doch da...>
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"Warum hast du nie
jemandem etwas darüber erzählt???"
Diese Frage
bekomme ich heute immer wieder zu hören. Um zu verstehen
warum ich es nicht tat müsst ihr den folgenden Text mit
den Augen, dem Wissen, den Gefühlen eines Kindes lesen.
Stellt euch vorher die Frage warum so viele erwachsene
Frauen denen Gewalt angetan wurde nichts darüber erzählen.
Warum sie sich ausschweigen...
Ich zähle
hier jetzt die Sätze auf die ich immer wieder eingetrichtert
bekam zu dieser Zeit. Sätze die bis heute noch in mir
fest hängen obwohl ich kein Kind mehr bin. Ich schreibe
hier jetzt die Gedanken auf die ich in der Zeit hatte.
Gedanken die heute noch zum Vorschein kommen in bestimmten
Situationen. Lest sie so als ob ihr Kind seid....
| 1.) "ich habe
dich lieber als alle anderen" |
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So
widersprüchlich es sich anhört, aber jedes Kind
möchte geliebt werden. Die Angst von seinen Eltern
nicht mehr geliebt zu werden sitzt sehr tief,
und ein Kind tut alles dafür dass das nicht vorkommt.
Ich wollte geliebt werden, aber nicht auf die
Art und Weise...
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| 2.) "Es ist
unser Geheimnis und wenn du etwas davon erzählst
passiert was ganz schlimmes" |
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Jedes
Kind liebt eigentlich Geheimnisse und denkt sich
irgendwas aus was passieren könnte wenn man ein
Geheimnis verrät. Also war es ganz normal das ich
glaubte das was "ganz schlimmes" passieren
würde. Zumal auch eindeutig geschildert wird, was
man darunter zu verstehen hat. Es ging von körperlicher
Gewalt über Heimandrohung bis zu der Schilderung
das alle sterben werden und ich dann schuld bin.
Die Angst dass das wirklich eintreffen könnte lies
es nicht zu es überhaupt zu verraten.
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| 3.)"Du bist
doch schuld daran" |
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Dieser
Satz prägt sich besonders ein. Ein Satz der heute
noch viele Survivor dazu veranlasst nicht zu reden.
Denn insgeheim fragt man sich andauernd was man
getan hat das einem das angetan wurde. "Du
machst mich verrückt und das weißt du genau."
""Hättest du mich nicht so angeschaut
wäre das nie passiert" " Du wolltest doch
immer einen Kuss von mir oder das ich mit dir schmuse"....
Das alles sind Sätze die ein Kind glaubt weil sie
ja eigentlich richtig sind. Jedes Kind möchte mit
seinen Eltern schmusen, möchte spüren das es geliebt
wird.
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| 4.) "Ich bin
schmutzig weil ich das tue und alle sehen es mir an
das ich schmutzig bin" |
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Das
Gefühl schmutzig zu sein wird zu einer Besessenheit.
Alles duschen nutzt nichts. Alles Zähneputzen nutzt
nichts. Das widerliche Gefühl bleibt. Und da ein
Kind nicht weiß das man ein Gefühl nicht sehen kann
bildet es sich ein das jeder es sieht. Ich fühlte
mich schmutzig und hatte Angst davor alle zu verlieren
wenn ich erzähle was für schmutzige Dinge ich tue.
Jedem Kind wird irgendwie anerzogen das man bestimmte
Dinge nicht sagt, sich an bestimmten Körperstellen
nicht anfasst. Das man bei bestimmten Bildern in
Zeitschriften oder Fernsehen wegschaut. Und ich
habe alle diese Dinge gemacht... also war ich schmutzig.
Ein böses Kind das verbotene Dinge tut
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| 5.) "ich schäme
mich" |
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Ich
schämte mich dafür das ich all das tat. Aus den
gleichen Gründen wie ein Punkt weiter oben beschrieben.
Ich schämte mich jemandem erzählen zu müssen was
ich schon alles weiß. Was ich schon alles getan
habe. Wieder die Angst davor nicht geliebt zu werden
wenn man es erzählt
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| 6.) "ich will
nicht daran denken müssen, nicht daran erinnert werden
müssen" |
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Irgendwann
gehört der Missbrauch wenn er so lange ausgeführt
wird zum Alltag dazu. Man verdrängt die Angst, den
Ekel und den Hass. Will nicht mehr daran denken
müssen. Einer der Gründe warum sich viele Erwachsene
erst nach Jahren daran erinnern das sie als Kind
missbraucht wurden. Im Kopf eines Kindes formt sich
der Gedanke, das wenn man nicht immer daran denkt,
das es dann auch nicht passiert. Indem man nichts
darüber erzählt lässt man seine Erinnerungen in
Ruhe.
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Alle
diese Sätze und Gedanken sind noch heute in mir.
Fast zwanzig Jahre später. Man kann sie nie mehr
richtig aus sich herausbekommen. Sie hängen tief
fest und kommen immer wieder zum Vorschein.... wie
soll man sie dann als Kind überspringen können...
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