Wie kann ich helfen?
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Nein!!! - Gemeinsam gegen Kindesmissbrauch
 
Glaubt uns!   Wenn Menschen von mir erfahren das ich Betroffene von Kindesmissbrauch bin, reagieren sie meistens unsicher. Ihr Verhalten ändert sich mir gegenüber dann meistens. Manche brechen den Kontakt langsam aber sicher ab. Andere wiederum behandeln mich wie eine Kranke. Sind super besorgt um mich und gehen mir damit irgendwann auf die Nerven. Wieder andere meinen das man jetzt kein Gespräch mehr mit mir führen kann, ohne das das Thema besprochen wird. Am liebsten sind mir noch die die fragen wenn es etwas zu fragen gibt, verstehen wenn ich nicht immer antworten kann, mich aber ansonsten weiterhin behandeln wie bisher. Ich habe hier einmal zusammengefasst was meiner Meinung nach wichtig ist wenn man uns "helfen" will:
   
1. glaubt uns :

Glaubt was man euch erzählt, auch wenn es sich noch so unglaubwürdig anhört. Das sind keine erfundenen Geschichten. Kein Kind denkt sich so was aus. Ihr müsst glauben denn es ist die Wahrheit. Survivor haben sehr feine Antennen für das Empfinden anderer Leute. Glauben vortäuschen  hilft nichts, wir merken es.

 

2. hört zu :

Wenn man uns zuhört ohne grosse Zwischenfragen zu stellen ist es einfacher zu reden. Bis wir reden können vergehen meistens Jahre. Eine einzige unüberlegte Zwischenfrage kann den Redefluss für weitere Jahre unterbrechen.

 

3. akzeptiert uns :

Viele die erfahren das ein Mensch der ihnen nahesteht Opfer von Missbrauch ist, versuchen denjenigen zu ändern. Versuchen einen "normalen" Menschen aus ihm zu machen. Das klappt aber nicht. Survivor lernen aus ihren Erfahrungen. Sie wissen warum sie jetzt keine Berührung wollen, warum sie jetzt für sich alleine sein wollen. Sie wissen warum das so ist und nicht anders. Das ändern zu wollen ist ein zum Scheitern verurteilter Versuch. Akzeptiert uns so wie wir sind und gebt uns damit das Gefühl "normal" zu sein.

 

4. versteht uns : 

Wir wissen das es nicht einfach ist mit uns zu leben. Wir wissen das ein Mensch der nie missbraucht wurde nicht nachfühlen kann was in uns vorgeht. Aber versucht ein kleines bisschen zu verstehen warum wir uns so verhalten wie wir es eben tun. Warum wir gerade noch einen Kuss gegeben haben und in der nächsten Minute angewidert das Gesicht zur Seite drehen. Wir wollen euch nicht verletzen, aber wir wollen uns auch nicht verletzen.

 

5. fragt nach :

Stellt uns Fragen. Das zeigt uns das ihr euch tatsächlich dafür interessiert. Aber stellt keine Fragen wie: "Wie oft hat man dich vergewaltigt?" Wie oft ist egal. Stellt lieber die Frage: " Wie fühlst du dich wenn du daran denkst wie du vergewaltigt wurdest?" Es ist ein Riesenunterschied ob man Details wissen möchte, oder ob man verstehen lernen möchte.

 

6. respektiert :

Respektiert bitte unser Verlangen nach ein bisschen Abstand. Umarmungen können für uns die Hölle sein wenn sie im falschen Moment eingesetzt werden. Respektiert die Folgen ohne Vorwürfe zu machen. Wenn wir nachts nicht schlafen möchten weil wir Alpträume haben dann respektiert das. Es ist so wie es ist. Auch ohne das wir es immer wieder erklären müssen.

 

7. nicht aufdrängen :

Drängt uns eure Hilfe nicht auf. Es geht nichts wenn ihr sagt: " Jetzt bin ich da, habe Zeit, jetzt rede du!" Die Möglichkeit darüber zu reden, vor allem wenn man das erstemal redet, ist nur eine ganz kleine Zeitspanne. Die richtige Sekunde erwischen. Ist diese Sekunde verstrichen ohne das wir anfangen konnten zu reden, dann ist sie eben vorbei. Über Missbrauch reden geht nicht auf Knopfdruck.

 

8. verzeiht :

Verzeiht uns wenn wir launisch sind, wenn wir uns in uns zurückziehen. Verzeiht uns wenn wir euch wegstoßen. Wir wollen euch nicht mit Absicht verletzen. Aber  wir wollen uns auch nicht mehr zu etwas zwingen. Wir wollen uns nicht selbst weh tun müssen damit es euch gut geht.

 

9. unterstützt uns : 

Gebt uns eure Unterstützung wenn wir euch darum bitten. Helft uns Möglichkeiten zu finden um zu verarbeiten. Egal ob es sich um ein Gespräch, einen Rückzug, eine Therapie oder sonstiges handelt. Wir brauchen wie jeder andere Mensch auch das Gefühl beschützt zu werden.

 

10. steht zu uns : 

Verleugnet uns nicht, schämt euch nicht für uns. Wir sind nicht Schuld, sind nicht schmutzig. Wir haben niemandem unterstützt das mit uns zu tun was getan wurde. Wir würden es lieber heute als morgen vergessen.  Es gibt manchmal Situationen in denen ihr sehr viel Kraft brauchen werdet. Es gibt immer noch Leute die denken das ein Kind mit 9 Jahren einen erwachsenen Mann provoziert...

 

mehr davon auf: 
Was tue ich wenn ich Missbrauch vermute?

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