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Der
seelische Missbrauch:
Das
ist meiner Meinung nach der eigentliche Missbrauch. Kein Mensch
der es nicht erlebt hat, kann nachvollziehen was es für Folgen
hat, als Kind missbraucht worden zu sein. Es ist ein Psychoterror
für sich, den die Täter anwenden. Dem Kind wird klargemacht
DAS es selbst schuld daran ist, DAS es dem Täter weh tut, DAS
er das nur dem Kind zuliebe alles macht. Das Kind wird mit psychologisch
perfekt eingesetzten Fragen dazu gezwungen "Ja" zu dem
zu sagen, was man ihm antut.
Ein paar Beispiele:
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>>Ein schwerer Körper über dir, eine Hand auf deinem Mund.
Atem an deinem Gesicht. "Du willst es doch auch" "ja Papa" (Erkenntnis
des Kindes: ich bin selbst schuld, ich hab ja gesagt ich will)
>>Eine Hand grabscht nach deinem Busen der noch gar nicht
richtig da ist. "Nur Frauen mit grossem Busen kriegen später einen
Mann, können heiraten und von zu Hause ausziehen. Mit Streicheln
und Küssen bekommt man einen grossen Busen! Du willst doch mal von
zu Hause weg, oder?" "Ja Papa" "Also willst du auch das ich dafür
sorge das dein Busen grösser wird?" "Ja Papa" (Erkenntnis des Kindes:
ich will ja von zu Hause weg, also bin ich schuld, ich hab ja gesagt
das ich es will)
Ein Kind in der Badewanne. Es ist fertig mit baden. Der Vater kommt
rein. "Hast du dich richtig gewaschen?" "Ja Papa" "du stinkst aber"
"schweigen" "Willst du schmutzig sein und stinken?" "Nein Papa"
"Soll ich dir zeigen wo du stinkst?" "ja Papa" Er gräbt seinen Finger
tief zwischen die Beine des Kindes. "Riech mal, das stinkt doch"
"ja Papa" "soll ich es saubermachen oder willst du stinken" "nein
Papa, mach es sauber" Er tut es...... (Erkenntnis des Kindes: ich
stinke, ich bin schmutzig. Papa hilft mir nur damit ich nicht mehr
stinke)
Für ein Kind ist das was Erwachsene sagen, Gesetz. Es zweifelt
es nicht an. Es ist einfach so. Täter nutzen dieses kindliche
Vertrauen für ihre Zwecke aus. Das Kind wächst mit seinen
eigenen Antworten (die ihm aufgezwungen wurden) auf, überträgt
sie auf sein ganzes, späteres Leben. Der seelische Missbrauch
ist das, was uns zu Opfern macht. Ja, die Narben am Körper
heilen. Aber auf der Seele legen sich nicht einmal Narben ab, es
bleiben für immer Wunden dort. Sehr oft Wunden, die aus einer
Seele ein totes Etwas machen.....
In einem Buch fand
ich die Beschreibung für die seelische Seite des Kindesmissbrauchs,
wie man sie besser nicht beschreiben kann:
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In
Deutschland wird in jeder 6. Minute ein Kind missbraucht. Pro Tag
sind das 240 Kinder, deren Leben in jeder 6. Minute entscheidend geprägt
wird, denn die Prägung ist verheerend für Körper, Seele und Geist,
ist einschneidend für das Leben nach dem Missbrauch, ist fast immer
lebenslänglich in ihren Auswirkungen. Diese Kinder leiden unsäglich.
Sie leiden jeden Tag neu. Sie leiden über Jahre jeden Tag:
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Ihre
Wahrnehmung wird vollkommen verwirrt.
Sie haben das Gefühl verrückt zu sein.
Sie können nicht mehr vertrauen.
Sie befürchten immer wieder benutzt und ausgenutzt zu werden.
Sie werden zu strengster Geheimhaltung gezwungen.
So werden sie sprachlos über all das gemacht.
Sie "leben" mit massivsten Ängsten.
Das, was geschieht, lässt keinen Raum für Freiheit und Kreativität.
Sie haben nie gelernt, über sich selbst zu bestimmen.
Es fehlt ihnen jegliches Selbstwertgefühl.
Sie glauben dass das, was geschieht, nur ihnen geschieht.
Sie glauben, dass etwas an ihnen nicht stimmt, dass es ihnen geschieht.
Sie fragen sich, warum sie sich nicht wehren, wenn es ihnen geschieht.
Sie fühlen sich schlecht.
Sie fühlen sich missraten.
Sie fühlen sich als der letzte Dreck.
Sie fühlen sich total unzulänglich.
Sie haben kein Vertrauen in sich und ihre Fähigkeiten.
Sie fühlen sich schuldig, weil die Übergriffe möglich wurden.
Sie fühlen sich schuldig, weil sie schweigen.
Sie fühlen sich schuldig, weil sie die Übergriffe nicht beendet haben.
Sie schämen sich für das was ihnen passiert.
Ihre Schamgrenzen werden immer wieder überschritten.
Sie fühlen sich zutiefst verletzt.
Sie haben nie gelernt sich abzugrenzen.
Sie haben nie gelernt, nein zu sagen.
Sie wurden zu Objekten ohne Standpunkt gemacht.
Sie müssen sich immer wieder ohnmächtig fühlen.
Ihr Wille und ihr Widerstand werden immer wieder gebrochen.
Sie werden bedroht. Sie werden geängstigt.
Es werden ihnen Schmerzen zugefügt.
Sie werden unter Druck gesetzt.
Sie werden genötigt.
Sie werden abgewertet und aufgewertet. Je nach Bedarf.
Sie sehen keine Möglichkeit all dies zu beenden.
Sie versuchen ohne Erinnerung an das zu leben, was ihnen geschieht.
Sie gehen irgendwann von sich weg um zu überleben.
Sie lassen ihr eigenes Sein verschwinden.
Sie erfinden neue Personen.
Sie leben als neue Personen, die es möglich machen zu überleben. |
So retten sie sich ins Erwachsenenleben. Und so retten sie sich weiter.
Von einem Tag zum anderen.
Aus dem Buch: Von einem Tag zum anderen
Autor:Hannelore Kastner
Verlag: Roll
ISBN 389754167X |
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