Seit etwa einem Jahrzehnt ist die Traurigkeit ein ständiger Begleiter von mir geworden, aber erst seit einigen Jahren bin ich mir darüber bewußt, daß ich depressiv bin. Schon seit ich denken kann, leide ich an Schlafstörungen...bin gleichzeitig völlig antriebslos aber teilweise auch ständig unruhig, hab immer das Gefühl, etwas zu verpassen... Ich kann mich schlecht konzentrieren und jede Entscheidung, und sei sie noch so alltäglich und unwichtig, fällt mir schwer.

Es ist wie so ein tonnenschweres Gewicht auf meinen Schultern... auf einem leeren, ausgehöhlten Körper, der sich wie weiches Wachs unter der Last mehr und mehr bis zur Unkenntlichkeit verformt... Ich schaffe es einfach nicht, entgültig aus dem schwarzen Loch zu klettern. Ich habe mich selbst darin angekettet...manchmal versuche ich mich aufzurappeln und nehme mir vor, etwas zu (er-)schaffen, tätig zu werden, mein Leben in die Hand zu nehmen... aber meist endet es so, daß ich entweder nie mit mir zufrieden bin, aufgebe und mich nur noch selbst niedermache oder daß ich mich mir viel zu viel aufhalse und völlig ausbrenne.

Beides führt zum selben Ergebnis: Ich komme zu dem Schluß, zu nichts fähig zu sein, und verkrieche mich wieder in mein Loch. Die Leere und die Traurigkeit in mir nagen ständig an mir... ich habe das Gefühl, sie immer im Nacken zu fühlen, selbst wenn es mir gerade einigermaßen gut geht. Nachts kommen die schlechten Träume, und oft kann und will ich nicht einschlafen... die Unruhe in mir wühlt mich auf und läßt mich nie ganz zur Ruhe kommen, aber gleichzeitig hält sie mich auch davon ab, etwas sinnvolles zu tun und mich auf etwas ganz und gar zu konzentrieren... meine Energien fließen in ein Loch ohne Boden.

© by Patinka (geschrieben 2002)