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Vorwort:

Was gesagt werden muss

 

Missbrauch:

Es geschieht immer wieder

 

Trauer:

Verletzte Gefühle

 

Wut:

Gegen dich, gegen mich, gegen euch

 

Hoffnung: 

Licht am Ende des Tunnels

 

Träume:

Hoffen und bewältigen

 

Leben:

Der Blick nach vorn

 

Sinn:

Die Frage nach dem Warum

 

Geschichten:

Ich schreibe darüber

Missbrauch: Es geschieht immer wieder

Warum sagte ich nichts?
"Ich will dir was zeigen"
"was?" fragte ich.
"Es tut nicht weh"
"was?" fragte ich.
"Es wird schön"
"was?" fragte ich.

Was tust du da, das mag ich nicht.
Du tust mir weh.
"Ich liebe dich"
Nein, tust du nicht.
Ich hasse dich
"Ist doch schön?"
Nein!
"Wie Mann & Frau"
Ich heirate nicht.
Hör auf, das will ich nicht.

"Ist bald vorbei, fühlst du nichts?"
Doch, Schmerzen.
Nein, nichts.
"Warum sagst du nichts?"
Wie sollte ich. Ich krieg keine Luft.
Es tut so weh.
Ich spühre nichts mehr.
Bin ich tot?
Nein!
Keuchender Atem über mir.
Ein wildes Tier?
Der böse Wolf
Schweiss, direkt über mir.
Nein, ich wehr mich nicht.
Sonst sterbe ich.
"Na endlich, gefällt es dir?"
Nein! Ich hasse dich!
Wie lange noch?
Berühr mich nicht!
Es tut so weh.
Beeile dich, sonst sterbe ich.
Ich kann nicht mehr & weg ist er.
Ein flüstern "Ich liebe dich!"
Ich hasse dich!
Warum sagte ich nichts?
© by Zora-Ane

Schattensprung

 

Warme Sommernacht, Kindergelächter, verspielte Harmonie.

Rufe in der Nacht.

Tiefe raue Männerstimme, aber doch vertraut, rief er ihren Namen.

Den Namen, den er nur zu gut kannte,

war er es doch, der sie taufte auf ihren Namen

 

Vertrauen.

Warum auch Zweifel?

Die Welt sah sie mit Kinderaugen, schlechte Gedanken fern

Woher hätte sie wissen können, was er dachte?

Fragte er nach einem Kuss. Ein Kuss, der alles zerbrach.

Woher hätte sie wissen können, was danach alles passiert?

 

Ein Kuss ergab den zweiten, raue Zunge gebohrt in den kleinen Kindermund.

Verwirrt - verängstigt - losgerissen - weggelaufen.

 Sonntage wurden zu Qual, Predigt zur einer Verhöhnung, Gottes Wort zur einer Lüge.

 

Ihr Blick tief auf den Boden gerichtet, weg vom Peiniger.

Doch seine Augen stets auf ihr,

jede Gelegenheit ausgenutzt um sie zu berühren

 

Sah es kein anderer, dass sie litt, dass sie das nicht wollte?

Verstand er nicht, dass sie das nicht wollte?

War es ihm egal?

 

Berührungen wurden zum Ekel, raue Hände erkunden Kinderkörper.

Versteinerter Körper - starrer Blick - leuchtende Augen verloren.

Schweigen - lustvolles Stöhnen seinerseits - Widerwillen über sich ergehen lassen

Sonntag für Sonntag, Predigt für Predigt

 

Entkommen so sinnlos, schwieg sie doch

und hütete ihr kleines Geheimnis.

Hat sie doch aufgehört die Zeit zu zählen -

ihrer Qual

 

Lieblos - Innerlicher Drang zu entfliehen - Tränen.

Sie weigerte sich am Gottesdienst teil zu nehmen.

Sonntage waren keine Qual mehr, nein Sonntage waren es nicht.

Es war jeder Tag an dem sie sich im Spiegel sah.

 

Ein Pfarrer der Liebe, ja das war er.

Mit einem Kuss von ihm den Glauben an Gott verloren

 

Seelenkuss