"Mira" - Vorwort
 .
- EIGENE GEDANKEN
- HAU AB!!!
   INHALTSANGABE  
   PRESSE
   KONTAKTADRESSE  
.
.- "MIRA" - VORWORT
.- MIRA'S GEHEIMNIS
.
.
.
.
:
:
:
:
:
:
:
.
Nein!!! - Gemeinsam gegen Kindesmissbrauch

 

 

Liebe Lehrer, Erzieher und Eltern!

Es ist schwierig mit Kindern über das Thema Missbrauch zu reden.
Sicher, wir sagen ihnen: Geh nicht mit Fremden mit!

Aber wir wissen auch, dass Missbrauch zum allergrößten Teil in der Familie oder im engen Freundeskreis geschieht. Es sind oft Personen, denen die Kinder vertrauen, die sie lieben, denen sie Loyalität entgegenbringen.
Kinder müssen darin gestärkt werden, Missbrauch zu erkennen, denn nur dann können sie sich dagegen wehren.

Nur wie macht man das?

Vor dieser Frage stand ich vor kurzem, da ich mir vorgenommen hatte, mit meiner 4. Klasse darüber zu  reden.
Da ich viel für Kinder schreibe, habe ich mir folgende Geschichte ausgedacht, die von den Kindern sehr gut verstanden wurde. Der Text soll sensibel machen für Übergriffe, aber ebenso soll er Kindern, die bereits leidvolle Erfahrung gemacht haben ermöglichen, über die Identifikation mit Mira, den Missbrauch als solchen zu erkennen und sie stärken, diesen zu offenbaren.

Im Unterrichtsgespräch konnte ich alle wichtigen Lernziele zum Thema herausarbeiten:

1.      Es ist möglich, dass ein Mensch, den ich gut kenne und dem ich vertraue, mein Vertrauen missbraucht.
2.      Es gibt gute und schlechte Geheimnisse. Wie kann ich sie unterscheiden?
3.      Ich muss mein Wort nicht halten, wenn es sich um ein schlechtes Geheimnis handelt.
4.      Ich alleine habe das Recht zu entscheiden, wer mich wo berühren darf. Ich muss keine Zugeständnisse machen, wenn ich mich dabei nicht wohl fühle.
5.      Der Mensch, der mich missbraucht macht etwas sehr Schlimmes, für das er geradestehen muss. Die Gründe, warum er es tut habe ich nicht zu vertreten. Eine Entschuldigung gibt es nicht. Ich muss kein Mitleid haben!
6.      Ein Mensch, der mich missbraucht hat keinen Anspruch mehr auf meine Loyalität.
7.      Wem kann ich mich anvertrauen?
8.      Was soll ich machen, wenn man mir nicht glaubt? Wo bekomme ich dann Hilfe?

 Ich habe meinen Schülern die Geschichte vorgelesen und an manchen Schlüsselstellen eine längere Pause gemacht, so dass die Kinder sich aufgefordert fühlten, Fragen zu stellen oder ihre Eindrücke und eigene Erfahrungen zu schildern. Wo diese Pausen zu machen sind, bietet der Text an, andererseits mag es auch davon abhängen, wie die Gruppe oder das einzelne Kind darauf reagieren.

 Die Geschichte bleibt am Schluss offen, um alle möglichen Reaktionen der Mutter mit der Klasse zu besprechen, vor allem auch den Fall, dass die Mutter Mira einfach nicht glauben kann.
Die Lösungen, die von den Kindern dazu herausgefunden wurden:

-         einer Freundin davon erzählen
-         der Tante oder einem nahen Verwandten etwas sagen
-         sich der Lehrerin anvertrauen

Den Hinweis auf  Kindernotrufstellen und wie man sie erreicht, erhielten die Kinder ergänzend von mir.

Die Klasse nahm das Thema mit großer Spannung und Beteiligung auf. Ich hatte nicht das Gefühl, dass sie bei den Kindern Angst erzeugte. Der vorherrschende Tenor war Entrüstung, Wut und Aggression gegen den Missbraucher. Es entwickelten sich lebhafte Phantasien, wie man sich wehren könnte, die zwar zumeist wirklichkeitsfern waren, aber zeigten, dass meine Intention, die Kinder zu stärken und wehrhaft zu machen, Früchte trug.

 Der Text eignet sich für Kinder ab dem Grundschulalter.

Ich geben ihn frei zum privaten Gebrauch und zum Gebrauch an Schulen und Einrichtungen, die sich mit dem Thema befassen. Alle Veröffentlichungsrechte bleiben bei mir.Über Rückmeldungen würde ich mich freuen. Mehr dazu unter www.brigitte-endres.de
Brigitte Endres