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Bekämpfung
der Kinderpornografie zwischen den technischen Möglichkeiten
des Internet, den Gesetzen und dem Verhalten der Nutzer.
«Wir können sowohl
aus Datenschutzgründen als auch wegen der Fülle der Daten nicht
das gesamte Angebot unserer Kunden durchforsten», sagte Armin
Gellweiler, Chefredakteur von web.de in Karlsruhe. Das Internet
sei noch dazu «viel zu schnelllebig».
Was heute auzf
einer Internet-Seite unverfänglich aussehe, könne morgen strafrechtlich
relevant sein. Den durch Jugendschützer erhobenen Vorwurf der
Untätigkeit weist die Branche jedoch entschieden von sich. Die
vorhandenen Gesetze nähmen die Provider in die Pflicht, hieß
es in mehreren Unternehmen.
«Wir haben es mit
einer hochkriminellen Szene zu tun», die geschickt und versteckt
ans Werk gehe, sagte Gellweiler. Die deutschen Anbieter versuchten
dennoch intensiv gemeinsam, auf derartige Inhalte aufmerksam
zu werden. «Jeder Fall ist ein Fall zuviel», sagte Telekom-Sprecher
Stephan Broszio für den größten deutschen Onlinedienst T-Online.
«Es ist ganz klar ein Straftatsbestand». «Wir verurteilen Kinderpornografie
als familienorientierter Dienst auf das Schärfste», sagte auch
Carsten Meincke, Sprecher des deutschen Branchen-Zweiten AOL.
Allein die Telekom-Tochter
T-Online verwaltet 280 000 private Homepages, die einem vergleichbaren
Datenaufkommen von bis zu 600 Millionen DIN A4-Seiten Text entsprechen
könnten, sagte Broszio. Dieser Inhalt könne sich täglich ändern.
Eine Überwachung sei technisch nicht zu leisten. Filter-Programme
seien grundsätzlich «dumm», das heißt die oft verwendete Codesprache
der Pädophilen können sie beispielsweise nicht erkennen. «Wir
machen Stichproben. Aber da wird die Szene drüber lachen», sagte
Broszio.
Wegen der schwierigen
technischen Filterung von Inhalten und Anfragen setzen die Provider
deswegen auf die freiwillige Selbstkontrolle, auf die Zusammenarbeit
untereinander und auf den Nutzer. «Der User ist der beste Filter»,
sagte der Telekom-Sprecher. Web.de-Chefredakteur Gellweiler
ergänzt: «Das Internet ist ein Spiegelbild der Gesellschaft.
Da ist auch der Bürger gefordert, die Zivilcourage aufzubringen
und Anzeige zu erstatten, wenn er etwas findet.» Aber auch in
anonymen Foren sollen die Nutzer Hinweise auf verdächtige Seiten
geben können. Bei Jugendschutz.net, einer zentralen Stelle der
Jugendministerien der Länder gibt es diese Möglichkeit.
Eine einfache Lösung
wird es in keinem Fall geben, zu groß ist einerseits die Nachfrage,
zu schwierig die Kontrolle. «Wir werden unserer Nutzer nicht
überallhin verfolgen und prüfen, was sie sich anschauen», sagte
AOL-Sprecher Meincke. «Aber wir setzen uns für die Reinheit
des Netzes ein, ohne uns dem Vorwurf der Zensur auszusetzen.»
Alle Provider betonen einhellig: Wenn kinderpornografische Inhalte
auftauchen, werden sie gelöscht.
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