Akzeptieren
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Nein!!! - Gemeinsam gegen Kindesmissbrauch
 

 

< ... "Der Kampf gegen etwas lohnt sich nur, wenn du damit etwas verändern kannst. Wenn du gegen etwas unabänderliches kämpfst dann kostet das Zeit, Kraft und Energie. In dem Moment wo du lernst das der Kampf sich nicht lohnt und du akzeptierst das nichts mehr geändert werden kann. In dem Moment hast du gewonnen...>

 

2004: Diesen Satz habe ich in einem Buch gelesen. Einem Buch das nichts mit Missbrauch zu tun hatte. Ich las ihn und mir wurde klar das er stimmt. Akzeptieren ist der Schlüssel zum "gewinnen". Zeit, Kraft und Energie zu gewinnen für mich selbst. Für mein Leben.

Vergangenheit ist etwas das man nicht ändern kann. Sie ist vergangen. Ich kann tun und lassen was ich will es ist wie es ist. Ich kann mich noch so oft auflehnen dagegen. Kann mich noch so oft gegen sie wehren. Egal was ich tue, sie ist immer da. Sie ist die Ursache von vielem was mich in der Gegenwart begleitet. Und solange wie ich gegen sie kämpfe kämpfe ich gegen mich. Ich selbst bin ihre grösste, ich sicherste Waffe. Ich selbst bin es die die Mündung gegen mich richtet wenn ich nicht lerne die Vergangenheit zu akzeptieren.

Mein Täter hat die Munition für die Waffe geliefert. Aber eine Patrone schadet niemandem solange wie sie auf dem Tisch liegt. Ein Messer tötet niemanden solange es in der Schublade ist. Eine Bombe zerstört nichts solange keiner den Zünder aktiviert. "ich bin die Waffe" - was das bedeutet musste mir erstmal klar werden. Nicht mein Täter zwingt mich dazu mich selbst zu verletzen. Er hat die Munition - das Gefühl dreckig zu sein, das Gefühl mich bestrafen zu müssen - dafür geliefert. Aber ich drehe die Dusche auf kochend heiss. Nicht er.

Akzeptiere ich das ich mich dreckig fühle wegen ihm, so erkenne ich die Munition. Es liegt an mir sie zu nehmen und daraus eine Waffe zu machen und sie gegen mich zu richten oder eben nicht. Es ist nicht leicht das zu lernen und ich habe es noch lange nicht gelernt. Aber ich versuche es. Immer und immer wieder. NIcht in dem ich gegen das Gefühl heiss duschen zu müssen, ankämpfe, das ist ein Gefühl der Vergangenheit. Sondern indem ich es akzeptiere. Es ist da. Nun liegt es an mir etwas dagegen zu tun.Indem ich mir die Frage stelle, inwieweit ich die Schublade öffnen will, ob ich den Abzug betätigen oder den Zünder aktivieren will. Und das ist wichtig für mich. Zu sagen "ich will es nicht, aber ich kann es wenn ich will, ich darf es wenn ich will". Schon alleine diese Gedanken bewirken das ich aufhöre gegen die Munition - das unabänderliche - meine Vergangenheit- zu kämpfen und die Kraft habe um gegen die Folgen etwas zu tun.Früher habe ich mir gesagt: "ich möchte heiss duschen, aber ich darf es nicht". "du darfst nicht" war der Satz der mir mein Täter immer und immer wieder gesagt hat. "Du darfst nichts sagen, du darfst nichts tun was ich nicht will, du darfst nicht schreiben, du darfst dich nicht wehren" "Du darfst nicht" ist die Munition. Ich sehe die Munition, ich sehe die Waffe (die Dusche) Ich weiss das ich darf, das ich kann. Und entscheide mich dann ob ich es will. Es kommt immer öfters vor das ich es nicht will. Und es dann auch nicht tue. Ich fühle mich dreckig? Also ist es so und ich lerne es zu akzeptieren. Vor allem zu akzeptieren das nur ich diesen Dreck sehe. Die Momente werden immer länger in denen ich diesen Dreck akzeptieren kann. Durch dieses akzeptieren wird der Dreck immer kürzer sichtbar. Sehe ich ihn eine halbe Stunde dann fängt er an mich zu quälen. Ich nehme die Waffe Dusche und tue das was mir in dem Moment gut tut. Der Dreck übernimmt die Macht über mein Handeln. Die Vergangenheit übernimmt die Macht. Ich kämpfe nicht mehr dagegen an.

Akzeptiere ich ihn als etwas aus meiner unveränderlichen Vergangenheit. Setze ich mich mit ihm auseinander -dann verliert er seine Macht. Und er wird mich keine halbe Stunde lang quälen. Mit der Zeit lerne ich das er in zehn Minuten, in fünf Minuten weg sein wird. Ohne das ich eine Waffe dafür brauche. Es ist Gegenwart und die Munition bleibt ungenutzt auf dem Tisch liegen.

Vielleicht ist das jetzt kompliziert erklärt. Aber wie im Vorwort schon geschrieben: Ich tippe hier meine Gedanken so wie sie kommen. Und ich denke oft sehr kompliziert.

So oft höre ich ( und so oft habe diese Frage selbst gestellt): "Was kann ich dagegen tun????"
Die Frage die wir uns stellen sollten ist "Was kann ich damit tun?" Was kann ich mit dem Wissen dieser scheiss Vergangenheit tun? Was kann ich mit den Empfindungen die ich dadurch habe, mit den Erinnerungen, mit den ganzen Gedanken und Folgen tun um mir das Leben heute, in der Gegenwart - und morgen, in der Zukunft - leichter, schöner und einfacher zu machen?

Was kann ich tun damit die Folgen mich nicht immer wieder beeinflussen? Ich kann sie akzeptieren. Kann sagen "ich bin nunmal so im Moment". Ich kann über sie nachdenken. Wo ist der Ursprung? Warum bin ich so? Warum ist es jetzt so? Nicht "warum wurde ich missbraucht?" Darauf gibt es keine Antwort. Sondern "ich wurde missbraucht, jetzt verletze ich mich selbst. Warum tue ich das?"
Ich erkenne einen Ursprung, akzeptiere ihn, durchleuchte ihn. Lasse ihn Ursprung sein und arbeite mit mir an den Folgen indem ich gegen sie ankämpfe. Denn sie sind Gegenwart Der Kampf gegen das heisse Duschen lohnt sich noch, weil es noch abänderbar ist. Es ist noch nicht vergangen.

Wie gesagt: Es ist schwer. Es ist immer wieder ein neues Lernen. Immer wieder von vorne. Aber es bewirkt etwas. Nicht von heute auf morgen, nicht von jetzt auf nachher. Aber schrittchenweise. Und das ist der Gewinn aus einem Kampf, den man nicht führt.