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2004:
Es gibt oft Momente wo ich mich selbst suche.
Wo ich mich frage ob all das was ich darstelle
auch das ist was ich darstellen möchte, was
ich darstellen muss oder was ich tatsächlich
bin. Inwieweit lass ich mich beeinflussen von
all den Dingen die geschehen? In wieweit rede
ich mir ein das ich das bin die das tut. Ohne
zu sehen das ich es tue damit ich bin?
Missbrauch hinterlässt in einem das Gefühl
der Wertlosigkeit. Und das Verlangen sich immer
wieder beweisen zu müssen das man doch jemand
ist. Würde ich das auch tun wenn ich nicht
diese Vergangenheit hätte? Wie wäre
ich dann? Ich behaupte das ich dann oberflächlicher
wäre. Das ich vieles nicht zu schätzen
wüsste. Aber wäre das wirklich so schlimm?
Manchmal möchte ich mit jedem tauschen der
auch nur in meiner Nähe ist. Alles nur nicht
so sein wie ich. Ich hasse mich wenn ich meine
Masken trage um andere zu täuschen. Warum
tue ich das? Weil ich nicht klarkommen würde
damit was an Reaktionen kommen würde. Vermutung?
Nein. Ich habe es schon oft genug erlebt. Ich
wünsche mir so sehr normal zu sein. Normal
behandelt zu werden. Und dafür trage ich
meine Masken. Dafür verstecke ich mein wahres
Ich. Nicht immer. Aber in vielen,vielen Momenten
des Lebens.
Was habe ich zu verlieren wenn ich das nicht tue?
Meine Kontrolle über mich. Über mein
Leben. Ich will nicht wieder abhängig sein
von anderen Menschen. Nie wieder. Ich will nie
wieder denken müssen wie andere obwohl ich
anders denke. Ich will nie wieder etwas tun müssen
nur weil es für andere gut ist - mir aber
schadet.
Dem
kann man im Leben nicht immer ausweichen. Gerade
mit der Verantwortung für meine Kinder kann
ich das nicht. Und doch versuche ich mir so gut
es geht einen Teil dieses Handelns zu bewahren.
Und ecke an vielen Seiten damit an. Also bewahre
ich mir meine Gedanken für mich. Keine Rechtertigung
dafür. Keine Fragen. Keine Antworten. Aber
dafür im Gegenzug oft "Alleine sein".
Ich
ärgere mich über mich selbst wenn ich
nicht sagen kann "ich muss mit dir reden".
Ich weiss es gibt Menschen bei denen ich das könnte.
Die sich freuen würden wenn ich endlich diese
Mauer um mich herum abreisse und auf sie zugehe.
Aber in meinen Gedanken kommt immer wieder "pass
auf Bine" Pass auf, sie könnten es gegen
dich verwenden. Pass auf, es könnte dir weh
tun. Pass auf - zeig nicht zu viel von dir selbst.
Dadurch wirst du verletzbar.....
Was
ist besser? Ab und zu verletzt zu werden aber
sich dadurch Chancen geben mit anderen? Oder sich
keine Chancen zu geben und dafür sicher zu
sein? Im Moment ist für mich die zweite Variante
die bessere. Meine Angst vor der Menschheit ist
grösser geworden seitdem ich versucht habe
sie abzulegen. Ich bin an einem Punkt angekommen
wo ich merke das ich rückwärts gegangen
bin. Nicht nur einen Schritt rückwärts,
sondern mehrere. Und ich fühle mich wohl
dabei. Aber in mir sitzt eine Stimme die mich
davor warnt mich zu wohl zu fühlen. Weil
sie weiss das dies unmittelbar in eine Isolation
führt die meine Probleme wieder grösser
werden lässt.
Ich
weiss zur Zeit nicht wo ich mir gegenüber
stehe. Habe ich Vertrauen zu mir? In mich? Eher
nein. Wie kann ich es dann zu anderen, in andere
haben? Warum kann ich nicht einfach sagen dürfen
das ich es versucht habe, es nicht geklappt hat,
das ich aber trotzdem weitermachen kann und dem
nächsten nicht von vorneherein misstraue?
Ich denke es ist weil ich mir misstraue. Ich versuche
meine Gefühle zu erkunden und komme nicht
dran. Ich versuche meine Gedanken zu denken und
sie ziehen an mir vorbei. Kein konkreter Punkt
um mich selbst zu finden. Ich bin mir fremd -
und Fremden vertraue ich nicht. Nicht mal nur
ein bisschen.
Wie
sehr wünsche ich mir zur Zeit das ich einfach
morgens aufwache und alles ist vorbei. Das die
Sonne wieder scheint, das ich es fühlen kann.
Das ich eines mit mir selbst bin und wieder positives
in mir finde. An mir finde ich es. Ich bin stolz
darauf wie perfekt die Masken sitzen. Ich bin
stolz darauf das die Mauern immer höher,
immer dicker werden. Und ich habe Angst davor.
Vor mir - vor euch ...
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