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... als die Nachricht kam von der ich dachte, das ich
sie nie hören werde, da fiel der Stein. Während
er fiel habe ich gemerkt, wie schwer er wog. Wie sehr
ich schon mit ihm gelebt habe um nicht zu merken, das
er so gross, so schwer, so extrem auf meinem Herzen drückt.
In mir eine innere Ruhe die ich nicht beschreiben kann
- keine Gefühle mehr wie Hass, Angst, Hoffnung. Einfache,
wunderbare Ruhe. Das Monster wurde zum Menschen - verlor
seine Macht über mich. Es wird Zeit die Vergangenheit
mit zu begraben und mein Leben der Gegenwart und der Zukunft
zu widmen... > |
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Vier Jahre lang stand hier, genau an dieser Stelle, meine Geschichte.
Vier Jahre in denen es mich weiterbrachte das sie hier stand.
In der sie präsent war. In der sie mir die Kontakte vermittelte,
ohne die ich meinen Weg nie hätte so gehen können.
Jetzt ist sie wirklich Vergangenheit - der Ursacher meiner Geschichte
lebt nicht mehr. Die Vergangenheit ist wirklich zur Vergangenheit
geworden. Nichts wird sie mehr ändern. Keine Entschuldigung,
keine Erklärung, keine Konfrontation. Nichts ist mehr möglich.
Also möchte ich die Vergangenheit mit begraben. Ohne sie
zu vergessen....
Angst, Hoffnung, Unglaube, Trauer, Wut, Hass - das waren die
Dinge aus der mein Stein bestand. Die Angst vor der Konfrontation
mit ihm, die Angst vor seiner Macht. Irgendwie habe ich gedacht
das er für immer leben wird. Hätte nie mit dem Tag
gerechnet an dem ich die Nachricht bekomme, das dies nicht mehr
der Fall ist.
Die Angst das mein Schweigen weiteren Kindern Leid bringt war
mit ein Grund das ich geredet habe. Die Konfrontation mit der
Vergangenheit, durch den Austausch mit vielen Betroffenen die
sich in meiner Kindheitsgeschichte wiederfinden, war der Grund
dafür das ich weitergekommen bin. Die Hoffnung das er mit
ein paar Sätzen alles widerlegt hat mich oft zur Verzweiflung
gebracht.
Oft hatte ich den Traum bei dieser Nachricht eine Flasche Sekt
aufzumachen. An sein Grab zu gehen und ihm die ausgedruckte
Kinderschreie als "letzten Gruss" mitzugeben. Ich
war mir sicher ich werde es tun. Und jetzt - wo es soweit ist
- ist da gar nichts mehr... Er ist vom Monster zum Menschen
geworden. Über tote Menschen redet man nicht. Bei dem Tod
eines Menschen macht man keine Flasche Sekt auf.
Es ist vorbei - dieser Gedanke ist in mir. Und bringt mir eine
Ruhe, eine Art inneren Frieden, dem ich jedem Menschen wünsche.
Sicher - ich werde noch viel verarbeiten müssen. Werde
sicher nicht alles einfach so auf die Seite legen können
jetzt. Aber ich kann mich jetzt mit der Gegenwart und der Zukunft
beschäftigen, da die Vergangenheit mir nicht mehr im Nacken
sitzt.
Keine Rachegefühle in mir. Kein Interesse daran wie er
gestorben ist. Keine Emotionen in mir im Bezug auf ihn. Es ist
vorbei und für mich ist es gut so.
Ein neues Kapitel auf der Kinderschreie. Ich - meine Folgen
- meine Arbeit. Der Wille anderen zu helfen. Anderen zu zeigen
das man es schaffen kann. Nicht mit meiner persönlichen
Geschichte. Sondern mit den Erfahrungen die ich in vier Jahren
Kinderschreie, machen durfte.
Ich fühle mich "freigelassen" aus einem jahrelangem
Gefängnis. Die Erinnerungen daran sind da und werden nie
weg sein. Aber die Mauern, die Eisenstäbe, die Gitter sind
weg. Und der Wärter....
Und ich möchte jetzt meine Chance nutzen und fliegen lernen.
"Das Schweigen brechen" ist das einzigste was man
tun kann um anzufangen zu verarbeiten. Ich habe es getan. Jetzt
möchte ich schweigen um meine Ruhe zu bewahren die ich
gerade in mir fühle. Keiner verbietet mir mehr das Reden.
Ich erlaube mir das Schweigen.
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