Mut
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Nein!!! - Gemeinsam gegen Kindesmissbrauch
 

 

< ... Ich träume: "in mir drin sitzt ein grosses Etwas. Nicht definierbar. Kalt, schwarz, messerscharf. Ohne das ich diese Messer definieren könnte. Es krallt sich von innen in mich hinein. Solange bis es durch meine Haut nach aussen dringt. Es bekommt Arme. Die Hände verwandeln sich in Geschlechtsteile und greifen von innen nach aussen aus mir heraus. Treten aus meiner Haut aus und überziehen mich mit einem weissen, zähen Dreck. Innen in mir brennt alles wie Feuer. Je mehr es nach aussen geht umso mehr gefriere ich wie Eis. Bis ich daliege: Gefroren, kalt, ohne mich zu bewegen....>

 

2004: "Ich bewundere deinen Mut über all das zu reden"

So fangen viele Mails an die ich bekomme. Und ich lese sie und denke "ihr vesteht nichts". Wenn ich oben geschildertes lese dann frage ich mich ob es nicht mutiger ist nicht darüber zu reden? Es mit sich alleine auszumachen? Was mich vor ein paar Jahren hat reden lassen, was mich dazu bewogen hat diese HP zu machen - das war nicht Mut, das war pure Verzweiflung. Und auch heute noch ist es oft so. Wenn ich rede dann weil ich mit all dem alleine nicht klar komme. Weil mich der Mut verlässt es alleine zu schaffen. Die die das ganze seit Jahren mit sich herumschleppen sind mutiger. Sie versuchen ihr Leben auf die Reihe zu kriegen obwohl sie alleine sind!

Seit dem ich darüber rede geht es mir besser. Gut - es kommen auch viele negative Dinge dadurch die andere davon abschrecken. Aber dann brauchen sie nicht Mut um zu reden sondern Mut um den Anfeindungen die durch ihr Reden kommen, gegenüberzustehen. Mir schreiben Menschen die noch in diesen MIssbrauchsituationen leben. Oder Menschen, wie eine 72-jährige Frau, die noch die darüber geredet haben. Seit über 50 Jahren erträgt sie alles alleine. Ihr Mann weiss nichts davon, ihre Kinder nicht. Ihre Familie nicht. Sie hat den Täter bis vor 15 Jahren noch jeden Tag gesehen. Und hat nichts gesagt. Ist sie nicht mutig nur weil sie nicht redet? Bin ich automatisch mutig nur weil ich das tue. Ich habe auch Angst. Immer und immer wieder. Und durch diese Angst verbreitet sich in mir eine Verzweiflung, die mich dann zum reden bringt. Ist das Mut?

Nein, ich empfinde es nicht als mutig was ich tue. Sondern als für mich notwendig. Wenn ich den Austausch mit anderen Betroffenen habe dann hilft das auch mir. Wenn ich das Gefühl habe etwas tun zu können dann hilft das auch mir. Das hat nichts mit Mut zu tun. Aber dazu mehr auf der Seite "meine Arbeit". Ich bewundere die, die es schaffen anzuzeigen. Das ist Mut für mich. Ich bewundere die die es schaffen ihren Täter mit all dem zu konfrontieren. Das ist mutig. Ich bewundere die die sagen: ich habe geredet, es ist draussen, aber jetzt möchte ich wieder für mich sein, meine Ruhe haben." Das ist mutig in meinen Augen.

Ich schreibe, so wie jetzt, an der Kinderschreie weiter wenn mich der Mut verlässt. Wenn ich merke das meine Hoffnung sich in Verzweiflung umwandelt. Ich schreibe hier nichts wenn es mir gut geht. Warum nicht? Weil ich das "gutgehen" alleine schaffen kann. Das "verzweifelt sein" aber nicht.

Wer hat mehr Mut? Die die reden oder die die schweigen? Eine Frage die wohl so nicht beantwortbar ist. Aber wenn man mir schreibt dsa ich mutig bin weil ich eine Website erstelle dann vergisst man die die nicht die Möglichkeit haben das zu tun oder zu reden..... und die sich trotzdem nicht aufgeben. Sein Leben mit solchen Träumen wie oben beschrieben zu leben. Sein Leben mit Erinnerungen, Folgen, Angst und Trauer zu verbringen - dazu gehört Mut.....

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